Die Top 10 unserer Götzen: Teil IX – eine Schlussfolgerung

von Ludwig Rühle
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Die Top 10 unserer Götzen: Teil IX – eine Schlussfolgerung

Götzendienst muss bekämpft werden

Gott sendet uns wie Schafe unter die Wölfe. Gott sendet uns als Gottesdiener in eine Welt voller Götzendienst. Ja wir sollen, soviel an uns liegt, mit allen Menschen Frieden halten. Wenn wir Leid erfahren, sollen wir es geduldig ertragen, die andere Wange hinhalten und selbst unsere Feinde (also auch den Götzendiener) lieben. Die Gebote gegen den Götzendienst aus 5. Mose (vgl. Kapitel 13,7-19 und 17,1-7) haben für uns nicht mehr die Bedeutung wie damals für Israel. Aber sie sind deshalb nicht bedeutungslos geworden. Wir können den Götzendienst nicht um uns herum ausrotten, wie es das Volk Israel im verheißenen Land tun sollte, aber wir sollen davor fliehen!

Flieh vor dem Götzendienst, denn er führt dich ins Verderben

Sind wir uns der Gefahr bewusst? Normale, schöne  – ja, gute – Dinge können zu den fiesesten und zerstörungswütigsten Götzen werden. Der Teufel, der Widersacher ist schlau und listig. Er findet überall einen Weg, um uns von Gott wegzuziehen und unser Vertrauen auf andere Dinge zu setzen. Lies mal, was David Foster Wallace, ein bekennender Atheist schreibt:

„Es mag vielleicht eigenartig klingen, aber es ist wahr: in unserer Welt gibt es sowas wie Atheismus gar nicht. Es gibt keinen Menschen, der nicht anbetet. Jeder betet etwas an. Wir haben nur die Wahl, was wir anbeten. Und der Grund, sich vielleicht dafür zu entscheiden, Gott anzubeten, ist, dass uns so ziemlich alles andere bei lebendigem Leib verschlingen wird. Wenn du Geld und Dinge anbetest, wenn es das ist, womit du wahren Sinn im Leben verknüpfst, dann wirst du niemals genug haben, nie fühlen, dass du genug hast. Es ist die Wahrheit. Bete deinen Körper und Schönheit und sexuelle Reize an und du wirst dich immer hässlich fühlen. Und wenn Zeit und Alter sich beginnen bemerkbar zu machen, wirst du eine Million Tode sterben, bevor sie dich betrauern. Einerseits wissen wir das alles bereits. Es ist verschlüsselt in Mythen, Sprichwörtern, Klischees, Gedichten, Parabeln und es bildet das Skelett für jede große Geschichte. Der ganze Trick dabei ist, diese Wahrheit vom alltäglichen Bewusstsein fern zu halten.“[1]

Wenn Du Götzen in deinem Leben erkennst oder wenn dich andere zum Götzendienst verleiten wollen, und seien es deine nächsten Verwandten und engsten Freunde, dann halte dir diese Worte vor Augen: „Darum, meine Geliebten, flieht vor dem Götzendienst!“ (1. Kor 10,14) „Kinder, hütet euch vor den Götzen.“  (1. Joh 5,21) Mach nicht mit. Verharmlose es nicht. Toleriere Götzen nicht in deinem Leben. Spiele nicht mit dem Feuer, auch wenn es sich noch so schön anfühlt!

Flüchte zu Christus, denn er allein führt dich ins Leben

Der Götzendienst um dich herum lädt dich mit der Verheißung ein, das Leben wahrhaft zu genießen, verbessern, verlängern und vertiefen zu können. Die Kernaussagen lauten: Es geht nur um dich und es ist gut für dich! Doch Götzendienst führt dich in den Tod und ins Gericht! Und darum fordert Jesus dich auf:

„Verleugne dich selbst, nimm dein Kreuz auf dich und folge mir nach. Denn was hilft es dir, wenn du die ganze Welt gewinnst und Schaden an deiner Seele nimmst? Denn wenn du dein Leben retten willst, wirst du es verlieren; wenn du aber dein Leben verlierst um meinetwillen, dann wirst du es retten.“ (vgl. Lk 9,23-25)

Jesus über alles zu stellen, ihn als Herrn und Gott anzunehmen und ihm nachzufolgen, auch durch Leid und Entbehrung, bedeutet, das wahre Leben zu finden. Ein Leben, welches über den Tod hinaus geht. Oh welches Geschenk: Jesus hat die Strafe für unseren Götzendienst auf sich genommen. Er wurde an unserer Stelle hingerichtet und trug Gottes Zorn über unsere Abgötterei. Er vergibt uns und schenkt uns Leben und Segen in Ewigkeit! Er schenkt uns Frieden und Erfüllung für unsere dürstenden Seelen. Nie werden wir Erfüllung in der Befriedigung all unserer Bedürfnisse und Begierden finden, sondern nur in Gott: Dafür sind wir geschaffen.

Führe den Kampf gegen Götzen mit Gottes Mitteln

Doch auch wenn wir Christen sind und der Heilige Geist in uns wohnt, bleibt das sündige Wesen, solange wir in dieser Welt leben, in uns. Unser Herz ist deshalb ein Schlachtfeld zwischen Gottesdienst und Götzendienst. Unter den Geboten gegen Götzendienst im 5. Buch Mose findet sich öfters dieser abschließende Vers: „So sollst Du das Böse in deiner Mitte ausrotten.“

Das Böse in unserem Herzen kann nur Jesus ausrotten. Er ist dafür am Kreuz gestorben, gibt uns seinen Heiligen Geist und wirkt in unserem Herzen. Und darum bedeutet der Kampf gegen die Götzen immer zuerst, mehr von Jesus zu erstreben, sich mehr mit ihm und seinem Wort zu füllen, mehr von seiner Liebe und Herrlichkeit zu erkennen. Gegen Götzendienst zu kämpfen, davor zu fliehen, bedeutet, sich jeden Tag neu zu Jesus zu flüchten.

Wenn wir irgendetwas gegen den Götzendienst um uns herum ausrichten wollen, bedeutet das, das, was Jesus für uns tat, in Wort und Tat verkünden. Das ist die einzige Waffe, die wir im Kampf gegen die teuflischen Mächte, die hinter den Götzen stehen, haben: „Denn unser Kampf richtet sich nicht gegen Fleisch und Blut (gegen Gesundheitsexperten, Werbemacher, Pornoproduzenten, Politiker usw.), sondern gegen die Herrschaften, gegen die Gewalten, gegen die Weltbeherrscher der Finsternis dieser Weltzeit, gegen die geistlichen [Mächte] der Bosheit in den himmlischen [Regionen]. Deshalb ergreift die ganze Waffenrüstung Gottes, damit ihr am bösen Tag widerstehen und, nachdem ihr alles wohl ausgerichtet habt, euch behaupten könnt. So steht nun fest, eure Lenden umgürtet mit Wahrheit, und angetan mit dem Brustpanzer der Gerechtigkeit, und die Füße gestiefelt mit der Bereitschaft [zum Zeugnis] für das Evangelium des Friedens. Vor allem aber ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr alle feurigen Pfeile des Bösen auslöschen könnt, und nehmt auch den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches das Wort Gottes ist, indem ihr zu jeder Zeit betet mit allem Gebet und Flehen im Geist, und wacht zu diesem Zweck in aller Ausdauer und Fürbitte für alle Heiligen.“ (Eph 6,12-18)


[1] David Foster Wallace, This Is Water: Some Thoughts, Delivered on a Significant Occasion, about Living a Compassionate Life (http://faculty.winthrop.edu/martinme/thisiswater.htm).

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