Berufen… zur Treue

von Sven Auerswald
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Es ist das Ende der Welt. Die irdische Biosphäre war so stark geschädigt, dass die Zukunft der Menschheit bedroht ist. Seltene Krankheiten – begünstigt durch Staubstürme – verwüsten die Erde und fordern ihren Tribut von Pflanzen und Menschen. Das ist keine Beschreibung unserer aktuellen Lage (auch wenn man das denken könnte), sondern der Beginn des Films Interstellar von Christopher Nolan.

Da sich das Leben auf der Erde dem Ende neigt, entscheidet sich die NASA für einen allerletzten, verzweifelten Rettungsversuch: Sie senden den ehemaligen Piloten Cooper durch ein schwarzes Loch in die Weiten des Weltalls, um einen neuen Planeten für die Menschheit zu finden. Dabei muss Cooper auch persönliche Opfer bringen, als er seine zehnjährige Tochter, Murphy, zurücklässt. Dabei hofft und bangt er, dass er sie eines Tages wiedersehen wird. In einer herzzerreißenden Szene hält er sie in seinen Armen und verspricht ihr unter Tränen: „Ich werde zurückkommen“. Die ersten Jahre nach dem Abflug ihres Vaters, ist Murphy verbittert: „Wie konnte er mir das nur antun?“ Aber mit der Zeit lernt sie seine Entscheidung zu verstehen. Mehr als alles andere, ist es für Murphy eine Zeit des Wartens – sie wartet auf die Rückkehr ihres Vaters. Was ist ihre Berufung? Die Zeit auszukaufen! Darum entschließt sie sich Physik zu studieren und so als Wissenschaftlerin der Menschheit zu helfen, von der sterbenden Erde zu entfliehen. Sie ist wie der treue Knecht in Jesu Gleichnis von den Talenten (Mt 25,14-30).

Jesus zeigt uns drei Dinge, wie wir bis zu seiner Rückkehr leben sollen. Weil wir Jesus gehören (erinnert euch: das ist unsere erste Berufung), dienen wir ihm in dieser Welt als treue Verwalter (das ist unsere zweite Berufung).

Unser Bestes für den Höchsten

In dem Gleichnis vertraut der Herr seinen Knechten unterschiedlich viel Geld an (5, 2 und 1 Talente[1]), „einem jeden nach seiner eigenen Fähigkeit (Mt 25,15). Das zeigt sich auch darin, dass am Ende auch unterschiedlich viel Geld erwirtschaften (V.16-17). Was war ihre Aufgabe? Sie sollten ihrem Herrn – während seiner Abwesenheit – dienen, indem sie das Geld mehrten. Sie sollten ihr Bestes geben. Was hat dir Gott anvertraut? Gott hat dir eine bestimmte Persönlichkeit gegeben, du wurdest an einen bestimmten Ort in eine bestimmte Familie hineingeboren. Bei Gott gibt es keine Zufälle! Wie kannst du deine Talente mehren? Wie kannst du dein Bestes geben? Wie kannst du treu sein mit den Dingen, die Gott dir anvertraut hat?

Treue zählt – nicht das Endprodukt

Auch wenn beide treuen Knechte unterschiedlich produktiv waren, es ist bemerkenswert, dass am Ende der Herr keinen Unterschied zwischen den beiden fleißigen Knechten macht. Beide bekommen gleichermaßen das ultimative Lob: „Recht so, du guter und treuer Knecht! Über weniges warst du treu, über vieles werde ich dich setzen; geh hinein in die Freude deines Herrn“ (V.21 & 23). Das sollte uns Zufriedenheit lehren, nicht wahr? Es ist am Ende egal, mit welchem Beruf wir Gott dienen. Was vor Gott zählt ist, dass wir ihn in Treue dienen. Das bedeutet, wir müssen uns nicht mit anderen vergleichen: andere Menschen haben andere Fähigkeiten und Möglichkeiten von Gott bekommen. Er verlangt von uns nur, dass wir treu mit den Dingen sind, die Er uns anvertraut hat. Schlussendlich zählt Treue – nicht das Endprodukt.

Der böse Knecht – erkennbar an seiner Arbeitsweise

Diese Treue kostet Kraft und Mühe: „Sogleich aber ging der, welcher die fünf Talente empfangen hatte, hin und handelte mit ihnen und gewann andere fünf Talente“ (V.16). Sie haben die Gaben aktiv eingesetzt. Nicht einfach nur ein paar Aktien gekauft und dann geguckt was passiert – sondern haben aktiv Handel betrieben. Das war anstrengend! Ganz im Gegensatz zum dritten Knecht, der ein Loch buddelte und seine Talente ungenutzt im Dreck verrotten ließ (fast buchstäblich; V.18). Er tut das nicht etwa, weil er sich vor Risiko fürchtet – so wie er später sagt (denn dann hätte er es nämlich der Bank gegeben!), sondern weil er seinen Herrn verachtete (V.24-25). Seht ihr, weil wir Jesus gehören, sind wir dazu berufen ihm unser Bestes zu geben. Was Gott uns gibt, soll und muss verwendet werden. So wie es der Prediger auf den Punkt bringt:

Alles, was deine Hand mit deiner Kraft zu leisten vermag, das tu!“

Pred 9,10; MENGE

Treue Verwalter stellen die richtigen Fragen

Der böse und faule Knecht fragt sich: „Womit kann ich durchkommen? Was ist gerade noch in Ordnung?“ – Wo ist die Grenze? Was ist gerade noch „bestanden?“

Ganz im Gegensatz zu den treuen Knechten, die sich fragen: Wie kann ich am besten meinem Herrn dienen? Mit all den Dingen, mit denen Gott mich ausgerüstet hat – wie kann ich ein Leben führen, das am effektivsten für Sein Reich ist? Als Doktor oder Missionar? Als unverheiratete Singles – oder als Ehepaar? Dabei sehen wir auch sofort, dass es hier gar keine Option ist, einen Nicht-Christen zu daten (geschweige denn zu heiraten). Gottes Ehre kann nur im Mittelpunkt der Ehe stehen, wenn zwei Christen heiraten.

Treue Verwalter freuen sich auf die Wiederkunft Jesu

Am Ende des Filmes trifft Murphy ihren Vater wieder. Aufgrund von Zeitreisen[2] ist sie jetzt Jahrzehnte älter als ihr Vater. Und so liegt sie dort als alte Frau auf dem Sterbebett als Cooper sie besuchen kommt: „Niemand wollte mir glauben, aber ich wusste, dass du wiederkommen würdest“. Woraufhin Cooper sie fragt: „Woher wusstest du, dass ich wiederkommen würde?“ Ihre Antwort? „Weil mein Vater es mir versprochen hat“. Das war ihre Motivation – dass sollte auch unsere Motivation sein: Jesus wird wiederkommen und uns zu sich holen – weil er es versprochen hat. Darum lasst uns in dieser Zwischenzeit des Wartens als treue Verwalter leben und ihm dienen und die Gaben, die er uns anvertraut hat, weise verwalten bis zu seiner Rückkehr. Wir wollen unser Bestes geben – und in Abhängigkeit von Jesus unser bestes Geben, in dem Wissen, dass Er für das Endresultat verantwortlich ist. Lasst uns täglich die Frage stellen: „Wie kann ich am besten meinem Herrn Jesus dienen?“


[1] „Talente“ sind eine Gewichtseinheit, die hier höchstwahrscheinlich für viel Geld stand. Wir reden nicht von 20, sondern mehrere Millionen (!) Euro. So viel Geld bedeutet viel Verantwortung, im Sinne des Herren das Geld zu verwenden.

[2] Lange Geschichte – schaut euch am besten den Film an – er ist seine Zeit wert! 😉

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