Recht und Ruhe: Wie Gott Gebet erhört

von Declan McMahon
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Recht und Ruhe: Wie Gott Gebet erhört

Mehr als nur eine Ohrfeige

Meine Mutter hat mich nie geohrfeigt. Bei meinem Kindheitsfreund David war das anders. Als ihm einmal ein Kind aus der Nachbarschaft den Schuh geklaut hatte, wehrte er sich heftig. Beim Ringen um den Schuh merkte der andere Junge, dass David überlegen war und warf den Schuh weg. Der Schuh traf – und zerstörte – das Bremslicht eines geparkten Autos. Da kam das Gericht zusammen: Davids Mutter, die Mutter des anderen, der Autobesitzer. Es stand Aussage gegen Aussage. Der andere Junge fing an, David zu beschuldigen: Er hätte alles getan, er hätte angefangen, er hätte das Licht zerstört. David ärgerte sich sehr. Es war so ungerecht. Er war nun wirklich kein Engel, aber dieses Mal war er wirklich unschuldig!

Nach weiteren Diskussionen holte Davids Mutter auf einmal weit aus und knallte ihm eine. Es war die lauteste Ohrfeige, die ich je gehört hatte. David weinte. Wie sehr muss das geschmerzt haben, wenn selbst der tapfere David weinen musste! Da nahm ihn seine Mutter in den Arm: „Es tut mir leid, dass ich das tun musste. Aber ich wusste, dass du nur weinen würdest, wenn du unschuldig bist“. Ich hätte wegen des Schmerzes geheult. Doch er hat wegen der Ungerechtigkeit geweint! So in etwa fühlt sich König David in Psalm 4:

Gott schafft Recht (4,2-6)

König David geschieht Unrecht, deshalb ruft er „Antworte mir, Gott meiner Gerechtigkeit!“ (2a). Es ist dringend: „Sei mir gnädig und höre mein Gebet!“ (2c). Gewisse Leute beschämen ihn, statt ihn als ihren König zu ehren: „Bis wann soll meine Ehre zur Schande verkehrt werden?“. Er leidet unter ihren unberechtigten („nichtigen“ 3b) Vorwürfen. Sie verbreiten Lügen über ihn (3c). David fühlt sich zu Unrecht verleumdet. Kennst du das Gefühl? Vielleicht bist du ein christlicher Flüchtling und leidest unter der Verleumdung durch deine muslimischen Landsleute. Du kannst diesen Psalm beten. Oder vielleicht leidest du mit unseren Geschwistern in anderen Ländern, die zu Unrecht verleumdet werden. Du kannst mit diesem Psalm für sie eintreten.

David lässt sich von den Anschuldigungen weder seine Identität noch seine Beziehung zu Gott rauben, er ist Gottes erwählter König (4). Er reagiert als König sehr milde. Er empfiehlt seinen Verleumdern, dass sie sich um ihre eigene Beziehung zu Gott kümmern sollen: Sie sollen ihn fürchten („zittern“ 5a) und die Sünde meiden, sie sollen ihre Zungen, ja sogar ihre Gedanken hüten („Sprecht in eurem Herzen … gar nichts! Sondern schweigt!“ 5b). Sie sollen ihre Beziehung zu Gott durch Buße und Opfer wieder ins Reine bringen (6a). David wird von Leuten verleumdet, die ihm anvertraut sind. Vielleicht bist du Pastor und leidest unter manch einem deiner Mitglieder. Du kannst diesen Psalm um ihretwillen beten.

Gott schafft Ruhe (4,7-9)

Die Leute, die zu David stehen, sind verunsichert, weil sein Königtum in Frage gestellt wird. Sie fangen an zu zweifeln: „Wer wird uns Gutes sehen lassen?“ (7a). Davids Antwort auf ihre Frage ist: Gott wird es tun! Er betet: „Erhebe das Licht deines Angesichtes über uns, HERR!“ (7b). Wie im Aaronitischen Segen, ist Gottes Angesicht seine Gegenwart. Verleumdete Gotteskinder dürfen wissen: Jesus ist da. Vielleicht bist du Leiter einer angefeindeten Gemeinschaft. Du kannst mit diesem Psalm die Entmutigten aufrichten.

Anders als das bittere Herz seiner Feinde (3-5), ist Davids Herz fröhlich (8) und ruhig (9): „In Frieden will ich mich hinlegen und sogleich schlafen. Denn du HERR lässt mich (selbst wenn ich allein bin) in Sicherheit wohnen“. Vielleicht liegst du wach, und denkst über die Worte nach, die man dir heute schon wieder an den Kopf geworfen hat. Dann bete diesen Psalm. Betrachte den Unterschied zum Anfang: David hat gerufen (2a) jetzt kann er ruhen (9). Er hat gebetet, nun kann er schlafen. Eines Tages magst du Recht bekommen. Heute Abend sollst du Ruhe bekommen.

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