Du hast nur ein Leben: Vergeude es nicht!

von Benjamin Susemihl
3 Kommentare

Das unvergeudete Leben.

Es gibt einige Fragen, die mit diesem Satz vielleicht aufkommen könnten, beispielweise:
Ein unvergeudetes Leben? Kann ich mein Leben überhaupt vergeuden? Und wenn ja, wie kann ich es nicht vergeuden? Auf diese Fragen gibt uns John Piper in dieser Videopredigt eine Antwort.

Denjenigen, die sich in das Thema noch weiter vertiefen wollen, empfehlen wir übrigens das passende Buch „Dein Leben ist einmalig“ von Piper. Auf der Seite des CLV Verlags könnt ihr es euch kostenlos runterladen oder direkt bestellen.

Du wirst geboren. Du lebst. Du stirbst. Und dieses Leben definiert deine Ewigkeit. Himmel und Hölle folgen, und du kommst irgendwann zum einen oder zum anderen Ort, abhängig davon, was du aus diesem Leben gemacht hast. Du vergeudest dein Leben, wenn du es nicht so lebst, wie Gott es will. Es gibt drei Ziele die Gott für dich hat:

1. Gott schuf dich zu Seiner Ehre.

Das heißt: Er schuf dich, damit du Ihn groß machst durch deinen Lebensstil, durch dein Denken, dein Fühlen… Hier ein paar Bibelverse dazu:

Jesaja 43, 6-7: „Lass kommen meine Söhne von fern und meine Töchter vom Ende der Welt, jeden der mein Eigentum ist, / den ich zu meiner Ehre erschuf / und ins Leben rief!“

1. Korinther 10, 31: „Ob ihr nun esst oder trinkt oder sonst etwas tut – tut alles zur Ehre Gottes!“

1. Korinther 6, 20: „Denn ihr seid für ein Lösegeld erkauft worden. Ihr gehört nicht euch selbst- Macht also Gott mit eurem Körper Ehre.“

Philipper 1, 20: „Ich erwarte und hoffe sehr, dass ich nichts tun werde, dessen ich mich schämen müsste, sondern dass jetzt genauso wie bisher Christus an mir und durch mich in aller Öffentlichkeit groß gemacht wird – sei es durch mein Leben oder durch meinen Tod.“

Du wirst das überall in der Bibel finden. Du bist auf der Erde durch Gottes Plan, damit du Ihn großartig aussehen lässt. Du gehörst nicht dir selbst. Du wurdest gemacht, erkauft und erlöst zu Seiner Ehre, um Ihn groß aussehen zu lassen. Deswegen sind wir HIER. Wenn du dein Leben nicht zu Seiner Ehre und Herrlichkeit lebst, dann wirst du es vergeuden. Du schmeißt es weg und am Ende wirst du es verlieren.

2. Er schuf dich, damit du dich erfreust.

Jesus sagte: „Ich habe euch das gesagt damit auch ihr von meiner Freude erfüllt werdet. Ja, eure Freude soll vollkommen sein!“ (Johannes 15, 11).

Das ist einfach genial wenn man den Sohn Gottes hört, dass Er so etwas zu dir sagt! Das ist umwerfend! Ich bin gekommen, ich rede, ich lebe, ich sterbe damit meine Freude, die die Freude meines Vaters ist und die außerdem unendlich mächtig ist und nie aufhört, in euch sei. Und deswegen soll eure Freude vollkommen sein! Deswegen bist du auf der Erde. Um dich in und an Gott zu erfreuen.

„In Seiner Gegenwart hört die Freude nie auf und an Seiner rechten Hand sind unendliche Vergnügen.“ (Psalm 16, 11)

Du wirst in Seine Gegenwart gerufen als du erschaffen und erlöst wurdest. Du kannst „unendlich“ nicht vergrößern oder verlängern und „für immer“ genauso wenig. Freude ist der Grund, warum du erschaffen wurdest. Das ist unglaublich. Und letzten Abend ging es darum dass diese zwei Dinge keine Alternativen sind. Diese zwei Dinge stehen auch nicht in Konkurrenz zueinander. Diese zwei Dinge sind eins. Dass du zu Gottes Ehre lebst und dich an Gott erfreust, ist ein und dasselbe. Weil Gott da ist um gut, herrlich, wertvoll, wie ein Schatz, lobenswert auszusehen. Und das tut er, wenn du zufriedener in Ihm bist als in allem anderen. Das lässt Ihn groß und gut aussehen. Demzufolge lässt du Ihn schlecht aussehen, wenn du nicht zufrieden in Gott bist. Das bedeutet wiederum, dass du nicht das tust, wozu Er dich gemacht hat.

3. Er schuf dich, damit du andere Menschen liebst.

Du bist geschaffen, um ihnen Gutes zu tun. Und was ist gut? Sie daran teilhaben zu lassen, was du erfahren hast. Sie müssen letztendlich Gott verherrlichen und sich an Ihm erfreuen. Ich sprach vor über einem Jahr auf einer riesigen Konferenz in Südafrika, wo Christen aus aller Welt zusammenkommen, und ich bat alle, die dort waren diesem einen Satz zuzustimmen. Und das Gleiche bitte ich euch auch. [pullquote]Bibeltreue Christen bekümmert ALLES Leiden. Besonders das EWIGE Leiden.[/pullquote]Ich beziehe mich nun auf die soziale und materielle Sorge für Menschen und auf die geistliche Sorge für Menschen. In dem Bereich gibt es einen großen Konflikt. Viele wollen ihr Leben aufopfern für gute Straßen, sauberes Wasser, gute Bildung, genug Essen für Menschen, die am verhungern sind. Und dann gibt es andere, die sagen: „Menschen sind auf dem Weg zur Hölle. Sie brauchen das Evangelium!“ Ich bitte euch nun einfach: Trennt die beiden nicht voneinander! Beides ist absolut wahr. Du sollst dich nicht zwischen einem von beiden entscheiden. Wenn ich sage, dass Gott dich gemacht hat, damit du andere Menschen liebst, dann will ich damit nicht sagen, dass du dich für eins von den beiden entscheiden musst.

Hier nun der Satz: Bibeltreue Christen bekümmert ALLES Leiden. Besonders das EWIGE Leiden.

Und das ist das, was ich von dir möchte. Guck auf jedes Leiden, jeden Schmerz in dem Leben deiner Freunde mit Erbarmen. Sei es das Verlieren der Mutter oder die Nachricht vom Arzt, dass sie Krebs haben. Was auch immer es sein mag, ich will dass du so bist wie der barmherzige Samariter im Gleichnis von Jesus. Dieser Mann konnte nicht einfach vorbeigehen. Er kann es einfach nicht. Der oder die ist in Not, ich kann helfen. Dazu sage ich ja. Aber ich will auch, dass dein Herz für das offen ist, was Gott in Seinem Wort lehrt. Nämlich dafür, dass es einen Himmel und eine Hölle gibt und dass jeder entweder auf dem Weg zu dem einen oder anderen Ort ist. Und wenn du versuchst, den Magen einer Person zu füllen und es ist dir egal, wohin sie gehen, dann liebst du sie nicht. Es ist mir egal ,was du in deinem Herzen fühlst oder für wie viele Nöte du dein Leben aufgeopfert hast: Wenn du dies nicht anstrebst – und ich sage nicht dass du erfolgreich darin sein musst; ich sage auch nicht dass ihre Bäuche zu füllen davon abhängig ist ob sie gerettet werden – nein, mein Punkt ist folgender: Wenn es dir egal ist, wenn du dich nicht nach ihrer Errettung sehnst und danach, dass sie ewige Freude in Gott haben (wodurch sie Gott verherrrlichen), dann liebst du sie nicht.

Noch einmal: Gott schuf dich, damit du Menschen liebst!

Und damit meine ich die Liebe untereinander als Christen und die Liebe zur Welt, zu den Menschen, die noch nicht gläubig sind. Ich muss nun im Licht der Predigt von gestern etwas klarstellen. Ihr werdet mich jetzt fragen: Du hast uns gestern gesagt, dass wir unser Leben danach auszurichten – rund um die Uhr und sieben Tage die Woche, bis wir tot sind – mit aller Kraft unserer Freude in Gott nachzugehen. [pullquote right]Gott schuf dich, damit du Menschen liebst![/pullquote]Ja, das ist richtig. Und nun sagst du uns, dass wir unser Leben dazu widmen sollen, andere Menschen zu lieben, uns um sie zu kümmern, ihre Nöte zu lindern und sie in die vollkommenste Erfahrung ihrer eigenen Freude zu führen. Ja, das ist ebenfalls richtig. Und alles zur Ehre Gottes.

Was jetzt also von der Bibel her klargestellt werden muss, und nicht von mir…denn es ist egal was John Piper denkt. Was zählt ist, was Gott denkt. Und so werde ich euch zeigen, was die Bibel dazu lehrt. Wenn die Aufforderung von gestern nicht aus der Bibel kommt, dann kannst du keine Menschen lieben. Wenn du nicht nach Erfüllung in Gott strebst, wenn du nicht ein bestimmtes Maß an tiefer Freude in Gott erfährst, dann kannst du niemanden lieben. Das ist das Thema von dieser Predigt. Das, was wir jetzt behandeln werden ist folgendes: „Das unvergeudete Leben„. Das Leben, das wirklich zählt, ist ein Leben, das gelebt wird um Jesus Christus großartig aussehen zu lassen, indem man mehr als alles andere zufrieden ist in Ihm. Ein Leben, das voller Freude in Gott überfließt und den Nöten anderer begegnet. Das ist eine Zusammenfassung der gestrigen und heutigen Predigt. Mein Punkt ist, dass die Kraft und die Freiheit andere Menschen zu lieben darin besteht, zufrieden zu sein mit dem, was Gott alles für dich ist – und mit dem, was Gott verspricht für dich in Jesus zu sein. Das ist meine These in dieser Predigt: Du kannst die Menschen nicht lieben, es sei denn, dass du zufrieden bist mit dem, was Gott ist – und für dich in Jesus zu sein verspricht.

Das ist die befreiende Kraft, die uns in die Lage versetzt zu lieben. Ich werde das deutlich machen, indem wir ein paar Minuten zu 2. Korinther 8 gehen, dann für ein paar Minuten zu Apostelgeschichte 20 Vers 35, und wenn dann noch Zeit ist komme ich mit 4 Passagen aus dem Hebräerbrief zum Ende. Wenn du eine Bibel dabei hast, dann schlag mit mir 2. Korinther 8 auf, und falls nicht, dann hoffe ich, dass du einfach aufmerksam zuhörst. 2. Korinther Kapitel 8. Ich habe diese Passage genommen, weil ich nach einer Definition von Liebe suche. Ich will biblisch an die Sache herangehen und nicht gleich voraussetzen, dass alles was ich gerade gesagt habe, wahr ist. Ich suche nach der Quelle der Liebe. Ich will wissen was sie ist und woher sie kommt. Denn ich weiß: Wenn irgendetwas eindeutig in der Bibel ist, dann ist es 1. Timotheus 1, 5: „Das Ziel jeder Weisung und Unterweisung ist aber die Liebe, und zwar Liebe aus reinem Herzen, gutem Gewissen und ungeheucheltem Glauben.“ Paulus sagt: Alles was ich lehre, soll dazu dienen, dass du ein liebender Mensch wirst. Oder das gesamte Kapitel von 1. Korinther 13, welches mit dem Vers endet: „Glaube, Hoffnung und Liebe: Diese drei werden bestehen bleiben. Aber die größte unter Ihnen ist die Liebe.“

Ich werde mein Leben vergeuden wenn ich keine liebende Person bin. Wenn ich kein liebender Ehemann, Vater, Nachbar, Pastor oder Umarmer der Welt bin, dann habe ich das Leben vergeudet. Wir sind nun hier und suchen nach der Bedeutung der Liebe und woher sie kommt. Vorher muss ich aber noch ein Szenario für euch malen. Die Brüder sind die Gemeinde in Korinth. Korinth liegt in Süd-Griechenland und Paulus spielt auf etwas an, was in der Gemeinde in Mazedonien passiert war, die wiederum im Norden liegt. Er war also dort gewesen und es ist etwas Unglaubliches unter den Christen in Mazedonien passiert, während er Geld für die armen Christen in Jerusalem gesammelt hat. Die Mazedonier hatten wirklich mit erstaunlicher Freigebigkeit gegeben. Und diese Geschichte erzählt er den Korinthern hier.

2. Korinther 8, 1-2: „Wir wollen euch jetzt berichten, liebe Geschwister, was die Gnade Gottes in den Gemeinden Mazedoniens bewirkt hat. Sie haben sich nicht nur in schwerer Bedrängnis bewährt, sondern ihre übergroße Freude und ihre tiefe Armut hat sich in den Reichtum ihrer Freigebigkeit verwandelt.“

Das sind nur die ersten 2 Verse. Nun Vers 8, wo Paulus dieser Tat der Mazedonier einen Namen verleiht.

„Ich sage das nicht als Befehl, sondern ich gebe euch Gelegenheit, durch den Eifer der anderen (der Gemeinde in Mazedonien) auch die Echtheit eurer Liebe zu prüfen.“

Nun habe ich einen Namen für dieses Erlebnis: „Liebe“. „Ich sage das nicht als Befehl, sondern ich gebe euch Gelegenheit, durch den Eifer der anderen AUCH die Echtheit eurer Liebe zu prüfen.“ Mit dem Wort „auch“ erklärt Paulus, dass das, womit er die andere Gemeinde gerade beschrieben hat, Liebe ist. Ihr liebt, wie sie liebten. Lasst uns nochmal zu Vers 1-2 zurückgehen und sehen wie sie liebten. „Wir tun euch aber, ihr Brüder, die Gnade Gottes kund, welche den Gemeinden Mazedoniens gegeben worden ist.“ Gott erschien also mit Kraft. Was passierte als die souveräne Gnade zu ihnen kam? Genauso wie wir gehört haben, dass diese Gnade gekommen ist und zu Zeit kommt – zum Beispiel in China – und sie kam auch in dein Leben. Was tat die Gnade also in Mazedonien? Vers 2: „Denn trotz vieler Trübsalsproben…“ Das passiert immer und immer wieder. Christus kommt in das Leben einer Person und dann häufen sich die Probleme bzw. traurigen Momente. Und diese Personen werden auf einmal verfolgt. Die Menschen lehnen sie ab, machen sich über sie lustig. Sie wollen sich nicht mehr mit ihnen in Verbindung bringen lassen. Sie werden auf einmal so merkwürdig und glauben an dieses verrückte und mystische Zeug und ändern ihren Lebensstil, so dass andere sich aufregen und sich schuldig fühlen.

„Sie haben sich nicht nur in schwerer Bedrängnis bewährt, sondern ihre übergroße Freude und ihre tiefe Armut…“ Das Evangelium der Gnade kommt in ihr Leben. Sie verlieben sich in Jesus. Und was passiert nun? Sie sind immer noch arm und obendrein werden sie auch noch bedrängt. Das ist kein guter Text für das Wohlstandsevangelium. Ihre Armut verschwand nicht, zumindest nicht sofort. Weder das Verschwinden von Armut noch von Bedrängnis war der Grund ihrer Freude. Überprüf dich selbst. Worin liegt deine Freude? Liegt sie in dem Verschwinden von Armut oder Bedrängnissen? Wenn ja, dann bist du nicht wie diese Christen hier. „Sie haben sich nicht nur in schwerer Bedrängnis bewährt, sondern ihre übergroße Freude und ihre tiefe Armut…“ Wenn deine Freude nicht vergeht, wenn Armut oder Bedrängnis kommt, worin liegt deine Freude dann? In der Gnade. In Gott. Wie in Vers 1. Die Gnade Gottes erschien in Mazedonien und ihre Auswirkung war, dass Freude kam. Der Grund für diese Freude lag nicht in dem Verschwinden von Armut oder Bedrängnissen. Und die Zunahme der Bedrängnis ließ diese Freude auch nicht verschwinden. So wie Paulus in Römer 5,3 sagt: „Wir freuen uns unserer Bedrängnisse…“ Ich will so sein, und ich wette, ihr wollt es auch. Ich will, dass meine Freude unverzagt und unzerstörbar ist, wenn der materielle Wohlstand vergeht oder wenn Verfolgung kommt oder sonst irgendein Leiden. Ich will, dass meine Freude in Gott ist. „Sie haben sich nicht nur in schwerer Bedrängnis bewährt, sondern ihre übergroße Freude und ihre tiefe Armut hat sich in den Reichtum ihrer Freigebigkeit verwandelt.“

Paulus sammelte Geld für die armen Christen in Jerusalem. Das erwähnt er auch oft in seinen Briefen. Und er sagte zu diesen armen Christen, die verfolgt wurden: „Gebt doch bitte. Seid doch freigebig. Kommt heraus aus eurer egoistischen Welt, und helft den Armen in Jerusalem.“ Und sie antworteten: „Mit Vergnügen!“

Vers 3-4: „Ich bezeuge, dass sie gaben, so viel sie konnten, ja noch mehr: Über ihre Kräfte haben sie freiwillig gegeben. Sie haben sich geradezu aufgedrängt und uns darum gebeten, sich an diesem Werk der Gnade, dem Hilfsdienst für die Heiligen, beteiligen zu dürfen.“

Sie sagten: „Oh ja, du musst unsere Arme nicht verdrehen damit wir ihnen helfen. Paulus, wir möchten dass du ein zweites Mal Geld für sie sammelst, denn es rettet unseren Tag aus unserer Bedrückung und Armut rauszukommen, weil unsere Freude überfließt.“ Hier ist nun meine Definition von Liebe, ausgehend von diesen Versen. Du kannst andere Definitionen davon in anderen Versen sehen. Aber hier ist nun meine Definition, ausgehend von diesen Versen:

Liebe ist das Überlaufen von Freude an Gott, die den Nöten anderer begegnet.

Denkt ihr, dass das die Aussage dieser Verse ist? Liebe ist das Überlaufen von Freude, denn das ist es was der Text sagt. „In einer großen Prüfung der Bedrängnis hat ihre überfließende Freude und ihre tiefe Armut die Schätze ihrer Freigebigkeit gefördert.“ (Schlachter 2000) Ich versuche nur zu sagen, was da steht. „…hat ihre überfließende Freude und ihre tiefe Armut die Schätze ihrer Freigebigkeit gefördert.“ Woher kommt Freigebigkeit also? D.h. was ist die Quelle von Liebe gegenüber anderen Menschen, um sie zu segnen und ihnen zu helfen? Die Quelle ist Freude, die überfließende Freude an Gott. Nun habe ich die Antwort auf meine 2 Fragen. Nun weiß ich, was Liebe ist, und woher sie kommt. Das Programm für mein Leben ist festgelegt. [pullquote]Liebe ist das Überlaufen von Freude an Gott, die den Nöten anderer begegnet.[/pullquote] Die Bibel ist ein geniales Buch. Du musst nicht alles von ihr lesen, damit du herausfindest, was sie dir sagt, dass du tun sollst. Die Gnade kommt, und sie kommt gerade in diesen Raum. Der Heilige Geist ist hier. Er ist redet. Wenn ich in Übereinstimmung mit Seinem Wort bin, ist das hier Sein Wort. Und wenn Er in deinem Herzen am Werk ist, wird Freude erweckt. Die Freude nimmt zu. Und sie nimmt zu bis zu dem Punkt, an dem du um dich herum guckst und die Leute ansiehst, auf die du sauer warst, die du beneidet hast. Und auf einmal ändern sich die Dinge und du denkst: „Ich will mich nicht eifersüchtig fühlen, ich habe Freude in Gott! Ich will mich nicht ärgern und verbittert sein.“ All das fängt an zu verschwinden und du kannst sogar deinen Feind lieben. Ich könnte meine Predigt hier wirklich beenden. Ich denke das könnte ich wirklich, denn das Wesentlichste habe ich bereits gesagt. Nämlich: Die Kraft und die Freiheit Menschen zu lieben, liegt darin, mit all dem zufrieden zu sein, was Gott ist und in Jesus für dich zu sein verspricht. Ich denke das finde ich alles in den Versen 1 und 2 von 2. Korinther 8.

Es gibt allerdings einen Grund, warum Gottes Wort so dick ist. Nun zu Apostelgeschichte 20. Hier in Kapitel 20 spricht Paulus zu den Ältesten von Ephesus auf dem Strand von Mitylene, und gibt ihnen einige letzte Anweisungen, weil er sie vielleicht nie wieder sehen wird. Er hat sie geliebt und einige Jahre mit ihnen verbracht, und er hat einige letzte Anweisungen an sie. Es geht um die Frage, wie sie sein sollen, was sie machen sollen und wie sie die Gemeinde leiten sollen. Sie weinen und küssen ihn zum Abschied. Er war ein Apostel, den sie sehr lieb hatten. Apostelgeschichte 20,35: „Mit meiner ganzen Lebensführung habe ich euch gezeigt, dass wir hart arbeiten müssen, um den Bedürftigen etwas abgeben zu können.“ Das ist Liebe: Den Bedürftigen, den Schwachen zu helfen. „Dabei sollen wir immer an die Worte denken, die Jesus, unser Herr, gesagt hat…“ Er versucht sie zu motivieren und ihnen Kraft zu geben diese Liebe auszuleben.

„Dabei sollen wir immer an die Worte denken, die Jesus, unser Herr, gesagt hat: ‚Auf dem Geben liegt mehr Segen als auf dem Nehmen.’ “

„Segen“. Viele von euch haben die Bergpredigt schon öfters gehört, wo es heißt: „Gesegnet sind die geistlich Armen, gesegnet sind die Sanftmütigen, gesegnet sind die Frieden stiften….“ Das Wort „gesegnet“ in Griechisch bedeutet „fröhlich, glücklich, ein tiefes Gespür des Wohlbefindens“, das Gott dir verleiht. Es kommt oft in der Bibel vor. Und hier in Apostelgeschichte 20,35 wird es für diejenigen gebraucht, die „geben“. Es ist glücklicher zu geben, es ist zufriedenstellender zu geben…man bekommt ein tiefes Gespür des Wohlbefindens beim Geben als beim Nehmen/Empfangen. Das hört sich nun an als würde er versuchen, diese Ältesten dazu zu motivieren, dass sie geben. Arbeitet hart, um den Bedürftigen zu helfen, weil Jesus sagte: Du wirst glücklicher sein wenn du gibst. Es gibt dir ein Gefühl der Ganzheit der Freude, wenn du liebst. Du erfreust dich an Gott und deine Freude fängt an überzulaufen…und während sie überläuft (ich füge diesen Text nun zu 2. Korinther 8 hinzu), und andere mit hineingezogen werden, wird deine Freude größer. Deine Freude in Gott wird größer, während sie aus sich herausgeht, um andere mit hineinzuziehen. Je mehr du deine Arme um andere legst um andere mit hineinzuziehen, desto größer wird deine Freude in ihrer Freude.

Ihr habt das alle schon so erfahren. Und das wisst ihr auch. Selbst wenn du kein Christ bist, hast du irgendeine Form davon schon erfahren. Nämlich wenn du dich selbst aufopferst, auch wenn es nur ein kleines bisschen ist, um eine andere Person zu segnen/ihr zu helfen. Die Hilfe, die diese Personen bekommen, produziert bei ihnen Dankbarkeit und deine Freude wird dadurch größer. Als ich in Deutschland im höheren Fachsemester Ethik hatte, las ich dutzendweise Artikel über Ethik, weil ich eine Doktorarbeit in Ethik über das Thema „Liebe zu deinen Feinden und ihre Motivation“ schrieb. Immer und immer wieder las ich Sachen wie: „Belohnungen sind auf jeden Fall für den verheißen, der einem anderen Menschen Liebe erweist…doch wenn du das tust, um nach der Belohnung zu streben dann liebst du nicht.“ So etwas las ich in den Standardwerken der Ethik immer und immer wieder. „Wenn du hinter deinem Segen her bist wenn du einen Menschen liebst dann ist es keine Liebe. Es ist egoistisch. Es ist manipulierend. Das nennt man ‚Menschen ausnutzen‘.“ Und da ich mich von Kindheit auf mit der Bibel beschäftigt hatte, dachte ich mir: „Da ist etwas faul. Es riecht nicht nach der Bibel.“ Ich finde es eine geniale Sache, dass du keine gute Bildung haben musst um eine gute „Nase“ zu haben. Einige von euch nehmen bestimmte Sachen sehr schnell wahr. Z.B. wenn ein Lehrer in eurer Klasse etwas sagt und du dir denkst: „Hier ist etwas faul.“ Ihr nehmt diese Sachen viel besser wahr, als viele von den heutigen Gelehrten. Man sollte aber nicht nur ein gutes Gespür haben, sondern auch zur Bibel gehen und gucken: „Warum ist da etwas faul?“

Ich stieß damals dann also auf diese Verse hier. Angenommen alle von diesen ethischen Theoretikern liegen richtig mit ihrer These, dass, wenn ich dich liebe, um daraus einen Nutzen zu bekommen, dies die Liebeserweisung ruiniert und mich zu einem Manipulanten macht. Dann hätte Paulus es so sagen müssen:

„Mit meiner ganzen Lebensführung habe ich euch gezeigt, dass wir hart arbeiten müssen, um den Bedürftigen etwas abgeben zu können. Dabei sollen wir immer die Worte VERGESSEN, die Jesus, unser Herr, gesagt hat: ‚Auf dem Geben liegt mehr Segen als auf dem Nehmen.'“

Was er in Wirklichkeit sagte ist:

„Dabei sollen wir immer an die Worte DENKEN die Jesus, unser Herr, gesagt hat: ‚Auf dem Geben liegt mehr Segen als auf dem Nehmen.'“

Denn sie würden sagen: Wenn du an die Worte von Ihm denkst, dann werden sie deine Liebeserweisung ruinieren. Jesus sagte nämlich: „Liebt die Menschen, denn dann werdet ihr gesegnet.“ Nun muss Jesus entweder ein schlechter Lehrer sein, indem er die Liebeserweisungen ruiniert, die Er befiehlt. Oder die ethischen Theoretiker liegen falsch. Paulus sagt: Wenn du auf dem Weg zum Krankenhaus bist, und nicht weißt, was du sagen sollst…Du weißt nur, dass die Person einen Unfall hatte und du weißt nicht, ob sie leben oder sterben wird. Du weißt nur, dass dich die Liebe dorthin treibt. Und du willst Hilfe. Und du hast Angst. Und du denkst, dass du nicht gehen solltest, weil du nicht weißt, was du sagen sollst oder ob du überhaupt helfen kannst. Paulus sagt: „Erinnere dich! Jesus sagte: Es liegt mehr Segen darauf, einfach da rein zu gehen und dich selbst aufzuopfern, als in Sicherheit einfach nach Hause zu gehen und zu beten. Erinnere dich daran.“

D.h. du solltest in etwa so denken: Du gehst in das Krankenzimmer hinein und überall sind Schläuche an und in der Person. Ihre Augen sind geschlossen. Du gehst zu ihr hin, legst deine Hand auf ihren Arm. Sie öffnet ihre Augen und lächelt. Es wird sie nicht verletzen, wenn du sagst: „Ich wusste nicht ob ich kommen sollte, aber ich habe gehofft gesegnet zu werden, indem ich dir irgendwie helfe. Es würde mich glücklich machen, wenn ich deinen Glauben stärken könnte oder für dich beten könnte.“ So funktioniert die Liebe. Würde die Person, die dann gerade da liegt, sagen: „Du liebst mich nicht, du liebst dich selbst! Denn es würde dich glücklich machen, mich zu segnen.“? Das würde sie niemals sagen. Stell dir mal selber diese Frage: Fühlst du dich mehr geliebt, wenn sich jemand deiner widerwillig annimmt, oder wenn sich jemand deiner freudig annimmt? Wenn dir jemand in die Augen guckt und sagt: „Wenn ich dich glücklich machen könnte, wenn ich deine Schmerzen lindern könnte, würde es mich unendlich glücklich machen.“ Dann würde diese Person sagen: „Du bist eine ungewöhnliche Person, wenn deine Freude in meiner Freude liegt.“

Es liegt mehr Segen auf dem Geben als auf dem Nehmen, weil deine Freude in Gott größer wird, wenn du versuchst, eine andere Person in diese Freude mit hineinzuziehen, indem du ihr z.B. Gutes tust. Ich schlussfolgere nun nach der 2. Bibelstelle, dass die Freiheit und die Kraft um andere Menschen zu lieben, darin liegt, zufrieden in Gott zu sein und in allem, was Er in Jesus für uns zu sein verspricht. Denn diese Freude hat eine ausdehnende Kraft in sich. Sie will größer und größer werden, sodass meine Freude in Gott größer wird, wenn deine Freude in Gott größer wird, indem meine Freudeauf dich überfließt.

Nun gehen wir zu Hebräer. Am Anfang des Gottesdienstes wurde Hebräer 10 vorgelesen. Es ist echt beeindruckend, was diese Verse sagen. Es ging im Text darum, dass Gott durch den Glauben Wunder in deinem Leben bewirken kann, und darum, dass man durch den Glauben geköpft und zersägt werden kann, ohne dass Gott ein Wunder bewirkt. In der Mitte von Hebräer 11,35 springt der Text von den Wundern, die durch Glauben geschehen, zu den Leiden, die durch Glauben geschehen. Denn Glaube bedeutet, zufrieden in allem zu sein, was Gott für uns in Jesus ist und gewiss zu sein, dass es so auch in der Zukunft sein wird, wenn Seine Verheißungen sich erfüllen. Und durch diesen Glauben erfahren wir manchmal Wunder, wie z.B. Heilung, und manchmal ertragen wir Leid um Seinetwillen. Darum ging es in dem Text, der vorgelesen wurde. Nun Hebräer 10, 32:

„Denkt doch einmal an die Zeit zurück, als Gott euch die Augen für die Wahrheit geöffnet hat. Damals musstet ihr so viel ertragen…”

Hier haben wir wieder den gleichen Fall: Du wirst errettet und die Dinge verschlimmern sich. Ja, das werden sie. Ich habe keine einzige Verheißung aus der Bibel für dich, die sagt, dass es dir materiell oder beziehungsmäßig besser gehen wird, wenn du Jesus nachfolgst. Es wird dir wahrscheinlich eher schlechter gehen. Und das in vielerlei Hinsicht. Das ist hier also keine Einladung zu einem leichten Leben, sondern zu einem einflussreichen und bedeutenden Leben. Vers 33:

„Einige von euch wurden öffentlich beleidigt und misshandelt; und die anderen standen denen, die das ertragen mussten, treu zur Seite.”

Einige wurden also festgenommen und ins Gefängnis gesteckt, und andere identifizierten sich mit ihnen mit hohem Risiko. Vers 34: “Denn ihr habt mit den Gefangenen mitgelitten.” Das ist sehr gefährlich. Schaut, was passiert. Das ist Liebe in Aktion. Woher kam sie? “Und als man euch den Besitz wegnahm, habt ihr das mit Freude ertragen.” Sie sagten: Einige unserer Glaubensgeschwister sind im Gefängnis aufgrund ihres Glaubens. Wir sind Christen. Wenn wir gehen und sie besuchen, werden die Wärter wissen, dass wir auch Christen sind, und dann wird uns und unseren Familien etwas Schlimmes zustoßen. Sollen wir gehen? Oder sollen wir uns einfach aus dem Staub machen? Nein. Wir werden gehen. Und was passiert? Ihr Haus wird zerstört. Oder irgendetwas anderes. Im Text heißt es: “…als man euch den Besitz wegnahm…” Und was taten sie, als sie in Liebe zu ihren Geschwistern zum Gefängnis gingen und hinter sich ihr zerstörtes Haus sahen? Sie ertrugen das mit Freude. So will ich sein. So zu sein, ist vollkommen anders als jede andere Person auf der Erde zu sein, die nicht ihr Freude bei Gott sucht.

Die Frage lautet nun: Wie sind sie so geworden? Wie kannst du in den nächsten 5 Minuten so von Gott angerührt werden dass du SOLCH eine Person wirst, die sagt: Ich gehe zum Gefängnis, damit ich meine Glaubensgeschwister besuchen kann. Es ist mir egal ob die mein Haus zerstören. Ja, ich werde sogar, wenn ich sehe wie sie mein Haus zerstören, mit Martin Luther sagen:

“Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib: lass fahren dahin, sie haben´s kein Gewinn, das Reich muss uns doch bleiben.”

So willst du sein. Und woher kommt das? Es ist glasklar, woher das kommt. Wir haben es bloß noch nicht gelesen. Also lasst uns es nun lesen. Vers 34:

“Und als man euch den Besitz wegnahm, habt ihr das mit Freude ertragen; weil ihr wusstet, dass ihr etwas Besseres besitzt, was ihr nie verlieren werdet.”

Mit Freude habt ihr Verfolgung und die Zerstörung eures Besitzes ertragen, denn ihr wusstet, dass euer Schatz, euer Erbe, euer Gott, euer Jesus besser und bleibend ist. Erinnert euch das an etwas? Psalm 16,11: „Bei dir hört die Freude niemals auf, es kann nicht besser werden…Vergnügungen für immer, es kann nicht länger sein.“ Und hier heißt es: “…denn ihr wusstet, dass ihr etwas Besseres besitzt, was ihr nie verlieren werdet.” Liebe kommt dadurch, dass du Erfüllung in all dem findest, was Gott für dich verspricht in Jesus zu sein. All die Werbung im Internet und im Fernsehen sagt dir genau das Gegenteil: „Befriedigung gibt es hier und jetzt, und zwar mit Hilfe von  Sachen, die du kaufen kannst.“ Ich bin nun 66 Jahre alt und bin bereits eine lange Zeit mit dem Herrn unterwegs, und kann euch eins sagen: Deine Erfüllung, deine Freude wirst du nie in Dingen finden. Die Freude liegt darin, Gott zu kennen und Erfüllung in Ihm zu finden. Und wenn diese Freude voll ist, fließt sie über, um den Nöten anderer zu begegnen, und macht dich zu einer liebenden Person.

Ich komme nun zum Schluss. Wir hätten uns noch Hebräer 11,24-26 ansehen können. Wir hätten Hebräer 12,1-2 angucken können. Wir hätten auch Hebräer 13,13-14 angucken können. Alle sagen sie das gleiche, doch dies hier sind die deutlichsten Verse. Du liebst andere Menschen auf hohe Eigenkosten, denn du weißt…und das ist Glaube: Du kannst in allem zufrieden zu sein, was Gott für dich zu sein verspricht.

Hier ist also eine kurze Zusammenfassung von der gestrigen und heutigen Predigt: Wenn du versuchst dein Streben nach Freude in Gott aufzugeben, kannst du Ihn nicht verherrlichen und auch keine Menschen lieben. Das ist die Zusammenfassung negativ gesehen. Nun die positive: Wenn du andere Menschen lieben willst, dann ist der Ausgangspunkt für die Liebe zu Menschen und für die Verherrlichung Gottes der gleiche. Gott ist am meisten verherrlicht in dir, wenn du am meisten zufrieden in Ihm bist. Lass es deswegen deine Leidenschaft sein – vor allem anderen – deine Befriedigung in Gott zu finden. Und wenn mich das meine Arme, meine Beine und meine Augen kostet, werde ich meine Hände abhacken und meine Augen ausreißen und diese Freude haben (Matthäus 5, 29-30). Denn dadurch wird mein Gott richtig gut aussehen. Und die Freude, welche die Bibel nach 2. Korinther 8 & Apostelgeschichte 20,35 & Hebräer 10,34 ist gleichzeitig die Freiheit und die Kraft, um mit Freude und in Liebe für andere Menschen zu sterben. Dieses Land, diese Welt und eure Universitäten haben es nötig, dass ihr so seid. Lasst uns doch für etwa 30 Sekunden still sein. Redet in der Zeit mit Gott, denn wir wissen genau, dass wir uns nicht an Ihm so erfreuen, wie wir es sollten. Und einige von euch müssen ein für allemal die Götzen in ihrem Leben aufgeben, und sich Christus unterwerfen, der uns geliebt hat und sich für uns gegeben hat, damit wir zum Schatz kommen, nämlich Gott selbst.

Die 3 Worte die ich nun zu euch sagen werde, hätten vor den beiden Predigten einen komplett anderen Sinn für euch gehabt. Aber nun sage ich auf dieser Grundlage: Frohes Neues Jahr.

Auch interessant

3 Kommentare

Nils 5. Mai 2013 - 18:45

Hier gibt es übrigens das dazu passende Buch in deutscher Übersetzung:
http://www.desiringgod.org/resource-library/online-books/dont-waste-your-life?lang=de

antworten
Simon 6. Mai 2013 - 18:42

Hallo Nils,
vielen Dank für den wertvollen Hinweis. Ich hab mal auf die CLV Seite verlinkt, da kann man sich das Buch auch runterladen (oder die gedruckte Variante bestellen).
LG Simon

antworten

Schreibe einen Kommentar