Eine schmale Nase, volle Lippen, lange Haare und ein schlanker Körper – all das gilt in unserer westlichen Welt als das Idealbild von Schönheit. Wer daran zweifelt, darf sich gern die Liste aller Gewinnerinnen des Miss-Universe Schönheitswettbewerbs ansehen. Jede Frau, die bei diesem Wettbewerb in den letzten Jahrzehnten zur schönsten Frau des Universums gekürt wurde, scheint jedes Schönheitsideal unserer Zeit makellos zu erfüllen.
Auch wenn solche Wettbewerbe vor allem in den USA populär sind, ist das Thema Schönheit auch in Deutschland allgegenwärtig. Durch die sozialen Netzwerke oder durch Film und Fernsehen werden wir ständig mit zahlreichen Stars, Models und Influencern konfrontiert, die uns ein gewisses Ideal an Schönheit vorgeben und unser Selbstbild negativ verändern können.
Wie geht es dir, wenn es um das Thema Schönheitsideal geht? Hast du ein positives oder eher ein negatives Selbstbild? Und wie sollten wir als Christen mit dem Thema Schönheitsideal und Selbstbild umgehen?
Wenn Schönheitsideale uns krank machen
Ich als junge Frau fühle mich durch die ständige Konfrontation mit Schönheitsidealen sehr oft dazu verleitet, mich immer wieder mit diesen scheinbar „perfekten“ und wunderschönen Frauen zu vergleichen und ich bin mir sicher, dass ich da nicht die Einzige bin. Sind wir ehrlich: Wir Frauen neigen dazu, uns – bewusst oder unbewusst – häufig mit anderen zu vergleichen. Das Schlimme dabei ist, dass wir dabei immer diejenigen sind, die schlechter abschneiden. Wir fühlen uns im Vergleich zu anderen Frauen meist nicht „schön“ und absolut ungenügend. Der übermäßige Social-Media Konsum und die permanente Konfrontation mit ‚Schönheitsidealen‘ können daher nachweislich einen negativen Einfluss auf unsere Gefühlslage haben. Studien zeigen, dass der ständige Konsum sozialer Medien und die permanente Konfrontation mit ‚Schönheitsidealen‘ unsere Psyche belasten können. Tatsächlich gibt es einen nachgewiesenen Zusammenhang zwischen der Nutzung sozialer Medien und dem Anstieg von Essstörungen und Depressionen. Damit will ich nicht sagen, dass jeder Mensch, der Social-Media nutzt, eine psychische Erkrankung bekommt, aber es wird immer deutlicher, dass die stetige Konfrontation mit „schönen“ Menschen uns unglücklich machen kann.
Das wahre Schönheitsideal: Was sagt die Bibel über wahre Schönheit?
Vielleicht hast du schon einmal das Sprichwort gehört: „Wahre Schönheit kommt von innen“.
Es soll ausdrücken, dass Schönheit sich nicht in Größen und Formen, in dick oder dünn messen lässt, sondern in dem Charakter.
Wenn du dich in der Bibel auskennst, weißt du bestimmt, dass das Konzept der inneren Schönheit in der Bibel nicht ganz unbekannt ist. Petrus schreibt im 1. Petrusbrief Kapitel 3,3-4 zum Beispiel Folgendes:
Euer Schmuck soll nicht der äußerliche sein, Haarflechten und Anlegen von Goldgeschmeide oder Kleidung, sondern der verborgene Mensch des Herzens in dem unvergänglichen Schmuck eines sanften und stillen Geistes, der vor Gott sehr kostbar ist. (Schlachter 2000)
Was bringt es, nach außen hin schön zu erscheinen, wenn unser Herz kalt und gottlos ist? Petrus erinnert uns Frauen daran, dass unser Körper und äußeres Erscheinungsbild vergänglich sind und ermutigt uns zugleich, uns auf die innere Schönheit zu konzentrieren – denn sie ist unvergänglich. Wahre innere Schönheit ist ein sanftes und strahlendes Herz, das verborgen in Christus liegt. Es ist ein heiliger innerer Schmuck, der mit der Schönheit dieser Welt nicht zu vergleichen ist. Denn dieser Schmuck ist unvergänglich und ewig. Die Bibel spricht davon, dass eine Frau dann besonders schön ist, wenn sie himmlische Werte in sich trägt und unter allen Umständen danach lebt. Wenn sie integer ist und in ihrem Umgang mit anderen Menschen die Früchte des Heiligen Geistes sichtbar werden. Liebe, Freundlichkeit, Geduld, Güte, Sanftmütigkeit, Enthaltsamkeit und Friede sind Werte, die eine wunderschöne Frau ausmachen. Hört sich ein wenig an wie die Frau in Sprüche 31, oder? Richtig! Ich glaube, Gott hat uns die Beschreibung dieser bewundernswerten Frau gegeben. Nicht, damit wir uns mit ihr vergleichen und wegen unserer Unzulänglichkeiten zweifeln, sondern damit sie uns als tägliche Inspiration dient.
Schön sein – für Gott
Und auch wenn die Bibel sich ganz klar für die innere Schönheit einer Frau ausspricht, scheint die Ästhetik selbst bei der Frau aus Sprüche 31 nicht ganz unwichtig zu sein. Ich bin vielen Christen begegnet, die meinen, dass es besonders fromm sei, gar keinen Wert auf äußerliche Schönheit zu legen. Sei es bei der Partnerwahl oder bei uns selbst. Dem kann ich ehrlich gesagt nicht ganz zustimmen. Ich halte nichts davon, ins andere Extrem zu schlagen und das Bemühen um äußerliche Schönheit zu verwerfen oder gar zu verteufeln. Ich glaube sehr wohl, dass wir Frauen uns auch um äußerliche Schönheit bemühen dürfen. Wir Frauen dürfen uns schick anziehen und unseren Körper pflegen und auf diese Weise unseren Gott ehren, genauso wie die Frau in Sprüche 31 es tut. Wir dürfen Schönheit anerkennen und genießen, angefangen bei der Schöpfung.
Denn wenn wir uns die Schöpfung ansehen, dann wird deutlich, dass selbst Gott das Äußerliche und die Ästhetik nicht ganz egal zu sein scheint. Ich persönlich glaube, dass Gott ein echtes Auge für Schönheit hat. Würdest du nicht zustimmen, dass alles, was Gott geschaffen hat, wunderschön ist? Seie es die Blumen, die jetzt draußen erblühen, oder das farbenprächtige Gefieder der zwitschernden Vögel.
Gott hätte sich nicht darum bemühen müssen, seine Schöpfung mit so viel Schönheit einzukleiden. Aber er tat es und wir dürfen diese Schönheit anerkennen, genießen und ihn dafür loben!
Der Weg zu einem positiven Selbstbild
Meistens fällt es uns leicht, die Schöpfung, in der wir leben als wunderschön und wunderbar anzuerkennen. Doch dabei vergessen wir oft, dass auch wir ein Teil von Gottes Schöpfung sind und zu seinen Meisterwerken gehören. Diese Erkenntnis sollte uns dazu motivieren, mit dem Psalmisten in das Loblied in Psalm 139:14 einzusteigen:
Ich danke dir dafür, dass ich erstaunlich und wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke, und meine Seele erkennt das wohl!
Es geht dabei nicht darum, dass wir Frauen zur Eitelkeit oder Selbstverliebtheit angeregt werden, sondern darum, uns bewusst zu machen, dass wir als Teil von Gottes Schöpfung wunderbar erschaffen wurden. Wir dürfen ihn durch unser Aussehen und unser gesamtes Sein preisen und verherrlichen!
Jetzt wo ich diese Worte schreibe, denke ich selbst darüber nach, wie oft ich mich selbst ständig mit anderen Frauen vergleiche oder im Spiegel sehe und mich über meine Body-Insecurities ärgere. Auch mir fällt es als Christin oft schwer, ein positives und gesundes Selbstbild zu haben. Doch die Bibel zeigt ganz klar, dass wir als Gottes Kinder allen Grund zu einem positiven Selbstbild haben! Wir sind nämlich keine Zufallsprodukte – Gott hat uns mit Bedacht und Liebe geformt und für uns Königstöchter gilt: Nicht irgendwelche westlichen Schönheitsideale sprechen uns den Wert zu, sondern es ist Gott, der uns den Wert zuspricht! Egal welches Schönheitsideal uns die Gesellschaft vorgeben mag: Wir sind in Gottes Augen kostbar, geliebt und wunderschön – so wie er uns geschaffen hat!
Poetry Slam
Sie lässt sie ihren Wert nicht
davon bestimmen
ob andere Menschen
und vor allem Männer sie schön finden
Denn ihre Schönheit kommt
Nicht nur von außen,
sondern vielmehr von innen
Sie ist schön von innen,
im Herzen geschmückt
Einfach nur, weil Christus
in ihrem Herzen sitzt
aus dem Poetry Slam „Ode an die Frau“
Link zum Poetry Slam: Eine Frau nach dem Herzen Gottes I Sprüche 31 #poetryslam
Studie Zusammenhang zwischen Social-Media Nutzung und dem Auftreten von Depressionen: Temporal Associations Between Social Media Use and Depression – American Journal of Preventive Medicine
Beitrag über Social-Media Nutzung im Zusammenhang mit Essstörungen: Themenblatt_Essstoerungen_Soziale_Medien_Stand_10.22.pdf