„Ach! Mach dir mal keine Sorgen.“ Hast du diesen Satz schon mal gehört? Innerlich denke ich mir dann oft „Echt jetzt!? Du hast doch keine Ahnung.“. Sorgen und Ängste sind für uns ein sensibles Thema. Wir Menschen neigen dazu, uns schnell und oft viele Sorgen zu machen. Mögen mich die Menschen um mich herum? Was soll ich später mal beruflich machen? Werde ich einen Partner/eine Partnerin finden?
Kennst du Gollum?
Kennst du Gollum? Er ist einer der berühmtesten fiktiven Charaktere aus „Herr der Ringe“. Er war einmal ein neugieriger Hobbit. Doch plötzlich fand er diesen einen Ring. Ein Ring, der ihm Macht, Sicherheit und Kontrolle versprach. Er klammerte sich an ihn. Dieser Ring wurde ihm zum Schatz. Gleichzeitig fing er an, sich Sorgen zu machen. Was, wenn ich meinen Schatz wieder verliere? Was ist, wenn ich die Macht, Sicherheit und Kontrolle wieder verliere? Seine Sorge wächst. Er zog sich in die Dunkelheit zurück, schlief nicht mehr, konnte nichts mehr genießen und wurde innerlich aufgefressen. Er lief auf seinen Händen, hatte tiefe Augenringe und ausgerupfte Haare.
Seine Sorge hat ihn krank gemacht.
Eine biblische Antwort auf Sorgen
Während der sogenannten Bergpredigt ging Jesus auch auf das Thema Sorgen ein. In Mt 6,25-32 steht:
Darum sage ich (Jesus) euch: Macht euch keine Sorgen um euren Lebensunterhalt, um Nahrung und Kleidung! Bedeutet das Leben nicht mehr als Essen und Trinken, und ist der Mensch nicht wichtiger als seine Kleidung? Seht euch die Vögel an! Sie säen nichts, sie ernten nichts und sammeln auch keine Vorräte. Euer Vater im Himmel versorgt sie. Meint ihr nicht, dass ihr ihm viel wichtiger seid? Und wenn ihr euch noch so viel sorgt, könnt ihr doch euer Leben um keinen Augenblick verlängern. Weshalb macht ihr euch so viele Sorgen um eure Kleidung? Seht euch an, wie die Lilien auf den Wiesen blühen! Sie mühen sich nicht ab und können weder spinnen noch weben. Ich sage euch, selbst König Salomo war in seiner ganzen Herrlichkeit nicht so prächtig gekleidet wie eine von ihnen.
Wenn Gott sogar die Blumen so schön wachsen lässt, die heute auf der Wiese stehen, morgen aber schon verbrannt werden, wird er sich nicht erst recht um euch kümmern? Vertraut ihr Gott so wenig? Macht euch also keine Sorgen und fragt nicht: ›Werden wir genug zu essen haben? Und was werden wir trinken? Was sollen wir anziehen?‹ Nur Menschen, die Gott nicht kennen, lassen sich von solchen Dingen bestimmen. Euer Vater im Himmel weiß doch genau, dass ihr dies alles braucht.
Macht euch keine Sorgen …
Jetzt sagt ausgerechnet Jesus „Macht euch keine Sorgen …“. Doch wir werden sehen:
- Warum er das sagt
- Er weiß, wovon er redet
Zuerst müssen wir noch festhalten, was hier nicht gesagt wird:
- Hört auf zu arbeiten!
- Lebt verschwenderisch!
- Es gibt nichts, was euch Sorgen machen kann!
- Sorgen verschwinden automatisch!
Warum sagt Jesus Christus, dass du dir keine Sorgen machen sollst? Weil sie unproduktiv, unnötig und unwürdig sind.
Macht euch keine Sorgen, weil sie unproduktiv sind
Studien belegen und unsere Erfahrung bestätigt, dass Sorgen uns nicht guttun. Statt unser Leben dadurch angenehmer und einfacher zu machen, sorgen sie für das genaue Gegenteil. Menschen, die sich viel sorgen, werden nachweislich schneller und häufiger krank. Manche können vor lauter Angst und Sorge nicht mehr vernünftig essen und schlafen.
Das kannst du gut bei Gollum sehen: Gollums Herz und seine Gedanken drehten sich nur noch um die Sorge. Er hat seinen Körper und seine Gesundheit vernachlässigt. Er isolierte sich und verlor seine Lebensfreude.
Jesus sagt in V.27: „Und wenn ihr euch noch so viel sorgt, könnt ihr doch euer Leben um keinen Augenblick verlängern.“ Sorgen sind unproduktiv, sie lenken uns vom Wichtigen ab. Ist es nicht so, dass wir an den meisten unserer Sorgen nichts ändern können? Wir kreisen um uns selbst, anstatt das zu tun, was wir können.
Macht euch keine Sorgen, weil sie unnötig sind
In diesem Abschnitt gibt Jesus uns etwas sehr Simples zu tun: Seht euch die Vögel an! Seht euch an, wie die Lilien auf den Wiesen blühen!
Letztens saß ich an meinem Zimmerfenster und habe die Natur beobachtet. Dann sah ich ein paar Vögel, wie sie fast schon schwerelos in der Luft lagen. Diese zarten, kleinen Vöglein zwitscherten vor sich her und flogen völlig unbekümmert herum. Warum?
Weil Gott sie versorgt!
Hast du schon mal einen Vogel im Baumarkt gesehen? Er kauft sich ein paar Samen, fliegt mit der Tüte im Schnabel zu seinem Acker, pflügt ihn und pflanzt sie ein. Nach ein paar Monaten des Wartens, Düngern und Gießen erntet er sein Getreide, mahlt es und backt sich ein Brot. Natürlich nicht!
Gott versorgt die Vögel. Er schenkt ihnen ihre Nahrung. Er erhält die Bäume, die Blumen, die Früchte und die Tierwelt. Weil Gott jeden Tag aufs Neue ein paar Körner oder Würmer entstehen lässt, kann der Vogel essen.
Und die Blumen?
Sie sehen so wunderschön aus und dass, obwohl sie so schnell kaputt gehen können. Als Kind habe ich gerne Blumen für meine Mutter gepflückt. Aber schnell ist es mit den schönen Blumen vorbei. Man stellt sie in eine Vase mit Wasser, aber schon bald sind sie verwelkt. Und dennoch macht Gott sie so malerisch.
Warum sind Sorgen unnötig? Weil Gott es ist, der sich sogar um die kleinen Vögel und die zarten Blumen kümmert.
1.Pet 5,7: „Ladet alle eure Sorgen bei Gott ab, denn er sorgt für euch (oder „er ist besorgt für euch“).“ Du brauchst dich nicht zu sorgen, weil Gott es tut. Er sorgt für DICH!
Macht euch keine Sorgen, weil sie unwürdig sind
Gollum mit seiner gekrümmten, heruntergekommen und abstoßenden Statur sieht nicht mehr aus wie ein Hobbit. Wie er aussieht und wie er sich verhält, passt nicht zu einem Hobbit, es ist unwürdig. Ein Hobbit ist schließlich keine Kanal-Ratte.
V.26: Meint ihr nicht, dass ihr ihm viel wichtiger seid (als die Vögel)?
V.30: Wenn Gott sogar die Blumen so schön wachsen lässt, … wird er sich nicht erst recht um euch kümmern?
V.32: Euer Vater im Himmel weiß doch genau, was ihr braucht.
In der gesamten Bibel zeigt Gott etwas immer wieder und ganz deutlich: Gott liebt es, uns zu beschenken! Das sehen wir am besten in seinem wertvollsten Geschenk: Jesus Christus. Röm 8,32: „Gott hat sogar seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns alle dem Tod ausgeliefert (o. hingegeben). Sollte er uns da noch etwas vorenthalten?“
Gottes größtes Geschenk
Als Gott uns Jesus Christus gab, hat er uns das wertvollste gegeben, was er hat. Sich selbst. Seinen geliebten Sohn. Er ist einzigartig und kostbarer als alles andere. Und diesen vollkommenen, herrlichen Sohn hat er für uns in den Tod gegeben, um uns zu retten. Deshalb dürfen wir nun durch den Glauben Gottes Kinder sein und den Himmel unser Zuhause nennen. Das ist Gnade! Ein besseres Geschenk gab es nie und wird es niemals geben. Denn wir hatten das überhaupt nicht verdient.
Sorgen sind unwürdig für ein Kind des himmlischen Vaters, der uns so reich beschenkt, sich um uns kümmert und uns versorgt. Können wir ihm nicht vertrauen, wenn er uns doch schon das Wertvollste gab, was er hat?
Wann du dich sorgen solltest
V.32 macht deutlich: Es gibt Menschen, die sich Sorgen machen – und das aus gutem Grund. Es sind Menschen, die Gott noch nicht kennen.
Wer Gott noch nicht kennt, trägt die ganze Last des Lebens allein. Sorgen bestimmen ihr Denken und Fühlen, weil sie noch nicht erfahren haben, dass Gott wirklich versorgt – treu, liebevoll und zuverlässig. Diese Menschen müssen sich Sorgen machen. Nicht darum, was sie essen oder anziehen sollen, oder wie sie bei anderen ankommen. Nein, ihre Sorge sollte tiefer gehen. Denn wer ohne Gott lebt, sollte sich tatsächlich fragen, was mit seinem Leben geschieht – nicht nur hier auf der Erde, sondern auch danach.
Ist aber Gott dein himmlischer Vater, dann heißt es für dich, dass du dir keine Sorgen machen musst. Er sorgt gerne für dich!
Jesus weiß, wovon er redet
Ich bin es nicht, der das hier aus voller Überzeugung schreibt. Es ist Jesus Christus, der uns predigt.
Sein Leben war nicht wie das eines Vögleins oder einer Lilie (Mt 8,20). Sein Leben hier auf Erden war von Leiden geprägt (Jes 53,3). Er weiß, was es bedeutet, Hunger zu haben (Mt 4,2). Er weiß, was es bedeutet, arm zu sein (2. Kor 8,9). Während er die Bergpredigt hält, schaut er schon voraus auf den Berg von Golgatha, auf dem er grausam am Kreuz sterben würde.
Was ist das für ein schöner Trost? Dein Jesus weiß, was es bedeutet Sorgen, Nöte und Leid zu durchleben (Heb 4,15).
Geborgen trotz Sorgen
Sorgen sind dann okay, wenn es um die richtigen Dinge geht, du dich nicht reinsteigerst und es dich antreibt, Verantwortung zu übernehmen. Wenn Sorgen dich überfordern, dann darfst du dich erinnern: Gott macht sich deinetwegen Gedanken. Auch wenn Sorgen unwürdig für ein Kind Gottes sind – kennt Gott doch unser Herz und unsere Schwäche. Und gerade dann, wenn Sorgen dich quälen, lädt er dich liebevoll ein, zu ihm zu kommen (Mt 11,28). Du musst dich nicht wie Gollum aus Angst in die Dunkelheit zurückziehen. Du darfst geborgen bei deinem liebenden Vater ruhen. Du kannst ihm alle deine Sorgen bringen, weil er sich ohnehin schon um dich sorgt. Reicht es nicht, wenn er es tut?
„Lasst die Lilien zu euch predigen. Lasst die Spatzen euch von Gottes wunderbarer Fürsorge singen.“ – Douglas Sean O´Donnell
Welche Sorge möchtest du heute bei Gott ablegen?
Wenn du magst, les gerne passend dazu Psalm 23!